.”Es war wieder einer dieser verdammten Abende.”
- Es war wieder einer dieser verdammten Abende, an denen ich eigentlich nur gemütlich mit meiner Ehefrau Elke auf dem Sofa liegen und gemeinsam Fernsehen wollte.
- Unser gemeinsamer Sohn Dirk, der 1983 geboren worden war, lag gemütlich in seinem Kinderbett und schlief.
- Endlich einmal ein ruhiger Abend zu Hause, ohne Motorengeräusche, ohne Autobahn, ohne Ladepapiere und ohne den Gedanken daran, wie viele Kilometer am nächsten Tag wieder vor mir liegen würden.
“Doch dann, gegen 23 Uhr, rappelte plötzlich dieses verdammte Telefax los.”
- Jeder Fernfahrer der damaligen Zeit wusste sofort, dass dieses Geräusch nichts Gutes bedeuten musste.
- Ich stand auf, ging zum Faxgerät und zog das Papier heraus.
- Ein neuer Ladeauftrag war eingetroffen.
- Elke schaute mich schon wieder ziemlich grimmig an.
- Sie kannte mich schließlich gut genug.
- Und sie wusste natürlich sofort, was jetzt auf mich zukam.
- Düsseldorf, Großmarkt, 40-Tonner, internationale Tour und Portugal.
“Wer bin ich”
- Mein Name ist Jakob Diener, ich bin nicht nur freiberuflicher Journalist aus Nordrhein-Westfalen, sondern auch Berufskraftfahrer und Kraftverkehrsmeister.
“Und dann las ich die entscheidende Zeile”
- 25 Tonnen Düsseldorfer Altbier mussten nach Lissabon.
- Damit war unser gemütlicher Fernsehabend endgültig beendet.
“Mein 7er BMW musste gepackt werden”
- Also packte ich schon einmal meine sieben Sachen zusammen.
- Kleidung, persönliche Dinge und alles, was man auf einer längeren internationalen Fernfahrt eben so braucht, wanderte nach unten in meinen 7er BMW.
- Ich wusste zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich genau, was vor mir lag.
.”Das würde keine kleine Tagestour werden.”
- Es ging von Düsseldorf quer durch Frankreich, über die spanische Grenze, entlang der nordspanischen Atlantikküste bis nach Galicien, weiter über Portugal bis hinunter nach Lissabon.
- Rund 2.550 Kilometer standen ungefähr vor mir.
- Und irgendwo am Ende dieser langen Strecke wartete ein Empfänger auf 25 Tonnen Düsseldorfer Altbier.
- Aber bevor es losging, gehörte der Abend noch Elke und mir.
“Zwei schöne gemütliche Nummern”
- Damit meine Ehefrau Elke sich wieder ein bisschen beruhigte, machten wir es uns noch einmal richtig gemütlich.
- Schließlich wusste sie genauso gut wie ich, dass ich nun wieder mehrere Tage unterwegs sein werde.
- Unser kleiner Dirk schlief friedlich in seinem Kinderbett, während wir noch einmal unsere gemeinsame Zeit genossen.
- Und ja, wir haben an diesem Abend natürlich noch zwei schöne gemütliche Nummern geschoben.
- Danach konnte der Fernfahrer wenigstens mit einem guten Gefühl ins Bett gehen.
“Am nächsten Morgen um sechs Uhr begann die Tour”
- Um sechs Uhr morgens war Schluss mit Romantik und Sofa.
- Jetzt begann die Arbeit.
- Ich fuhr von unserer Düsseldorfer Wohnung zum Großmarkt an der Ulmenstraße.
- Dort herrschte bereits früh am Morgen das typische geschäftige Treiben.
- Waren wurden bewegt, Fahrzeuge beladen und überall war diese besondere Atmosphäre zu spüren, die man als Fernfahrer sofort kannte.
- Dort wurde ich bereits von unseren hübschen Sekretärinnen erwartet.
- Sie hatten meine Ladepapiere vorbereitet und übergaben mir den kompletten Dokumentensatz.
- Dabei handelte es sich selbstverständlich nicht nur um Lieferscheine.
- Bei einem internationalen Transport nach Portugal war der CMR-Frachtbrief eines der wichtigsten Dokumente.
“Der CMR”
- Der CMR – das internationale Dokument des Fernfahrers!
- CMR steht für die französische Bezeichnung „Convention relative au contrat de Transport international de Merchandisers par route“.
- Dahinter steht das internationale Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr.
- Das CMR-Übereinkommen wurde 1956 in Genf abgeschlossen und regelt den internationalen Straßengüterverkehr zwischen den Vertragsstaaten.
- Auf dem CMR-Frachtbrief wurden unter anderem Absender und Frachtführer, Empfänger, Übernahmeort, Ablieferort, Datum, Warenbeschreibung, Anzahl und Kennzeichnung der Packstücke, Bruttogewicht sowie Angaben zu Frachtkosten und besonderen Weisungen dokumentiert.
.”Für mich als Fahrer waren diese Papiere deshalb von enormer Bedeutung.”
- Ich wollte schließlich nicht irgendwo an einer Grenze oder bei einer Kontrolle feststellen, dass eine wichtige Angabe fehlte oder nicht mit der tatsächlichen Ladung übereinstimmte.
- Der CMR war mein internationaler Begleiter.
- Nachdem ich sämtliche Unterlagen kontrolliert hatte, bestätigte ich den Empfang und ging hinaus auf das Großmarktgelände.
“25 Tonnen Altbier warteten auf mich”
- Dort stand mein Arbeitsplatz für die nächsten Tage.
- Ein fertig beladener 40-Tonner.
- Und darin befanden sich 25 Tonnen Altbier aus Düsseldorf.
- Bevor ich losfuhr, kontrollierte ich zunächst die gesamte Ladung.
- Bei einer solchen Masse durfte man sich niemals darauf verlassen, dass andere schon alles richtig gemacht hatten.
- Ich wollte mit eigenen Augen sehen, ob die Ladung ordentlich verteilt und die Ladungssicherung korrekt ausgeführt wurde.
- Erst nachdem ich zufrieden war, schloss ich die großen weißen Portaltüren des Kühlaufliegers.
- Die Türen wurden verplombt und zusätzlich mit einem Schloss gesichert.
“Damit war klar”
- Die Ladung blieb geschlossen und gesichert, bis sie am Bestimmungsort oder bei einer berechtigten Kontrolle wieder geöffnet wurde.
“Zwei Espresso und dann ging es los”
- Bevor ich endgültig auf die Straße ging, machte ich noch einen kurzen Abstecher in ein kleines Café auf dem Großmarkt.
- Zwei Espresso.
- Die mussten hinter die Ohren.
- Dann war es soweit.
- Motor starten.
- Gang einlegen.
- Und los.
“Düsseldorf nach Aachen und hinein nach Belgien”
- Vom Großmarkt Düsseldorf ging es zunächst Richtung Aachen und zum Grenzübergang Aachen-Lichtenbusch.
- Hier musste ich meine Dokumente erstmals vorlegen.
- Internationale Fernfahrten bedeuteten damals eben noch Papier, Stempel, Kontrollen und jede Menge persönliche Kommunikation.
- Danach ging es weiter durch Belgien.
- Vorbei an Lüttich.
.”Am Flughafen Lüttich machte ich einen kurzen Halt bei DHL.”
- Ein kleiner Plausch mit den Kolleginnen und Kollegen, ein weiterer Kaffee und ein paar Worte über die Fernfahrerei.
- Dann hieß es wieder einsteigen.
- Der nächste Kilometer wartete bereits.
“Namur, Mons und die Rastanlage Roye”
- Ich fuhr an Namur vorbei, weiter Richtung Mons und schließlich in Richtung Frankreich.
- Auf der Rastanlage Roye machte ich einen kurzen Zwischenstopp.
- Solche Rastanlagen waren damals für uns Fernfahrer viel mehr als nur Parkplätze.
- Hier traf man Kollegen, tauschte Informationen aus und erfuhr manchmal Dinge über Strecken, Grenzen oder Ladestellen, die kein heutiges Navigationsgerät der Welt hätte erzählen können.
- Und natürlich wurde auch über gutes Essen gesprochen.
“Paris lag vor mir”
- Paris – links oder rechts?
- Von Roye aus ging es weiter Richtung Paris.
- Und dann kam wieder diese typische Entscheidung.
- Links an Paris vorbei oder rechts an Paris vorbei?
- Ich entschied mich für links.
.”Auf der Autobahn konnte ich immer wieder den Flughafen Paris-Orly sehen.”
- Für einen Fernfahrer war das ein besonderer Anblick, denn Flughäfen hatten schon damals etwas Internationales an sich.
- Eigentlich hätte ich gerne einen Abstecher Richtung Rungis gemacht.
- Dort arbeitete ein guter Bekannter auf dem riesigen Lebensmittelmarkt.
- Aber Zeit war Geld.
- Und 25 Tonnen Altbier warteten nicht ewig.
- Also blieb ich auf meiner Strecke.
“Angervilliers, Orléans und Tours”
- Nach Paris ging es weiter Richtung Angervilliers.
- Dort waren wir Fahrer früher gerne einmal ausgestiegen, wenn es die Zeit erlaubte.
- Der Wochenmarkt war eine schöne Abwechslung vom Alltag auf der Autobahn.
- Ein bisschen einkaufen, ein bisschen herumgehen, vielleicht etwas essen und wieder zurück zum Lkw.
- Diesmal musste ich allerdings weiter.
- Orléans kam.
- Danach Tours.
- Und langsam führte mich die Straße immer weiter in Richtung französischen Südwesten.
“Poitiers und Bordeaux”
- Von Tours ging es weiter Richtung Poitiers und anschließend nach Bordeaux.
- Bordeaux war für mich eine wichtige Station.
- Hier konnte ich endlich einmal richtig durchatmen.
“Pause”
- Eine große Pause bedeutete für mich nicht einfach nur zu stehen.
- Ich wollte essen, trinken, duschen und für einige Stunden aus dem Fahreralltag herauskommen.
- Gerade auf einer internationalen Tour mit einem schwer beladenen 40-Tonner waren solche Pausen enorm wichtig.
- Man brauchte einen klaren Kopf.
- Und manchmal brauchte man einfach nur eine vernünftige Mahlzeit und eine Dusche.
“Castets und der Ärger mit der Druckluft”
- Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Castets.
- Doch dann stimmte irgendetwas mit dem Luftdruck nicht.
- Bei einem schweren Lkw ist das kein Problem, das man einfach ignoriert.
- Ich musste rausziehen und die Sache überprüfen.
- Vermutlich hatte jemand bei uns in der Werkstatt beim letzten Service den Filter im Luftdrucksystem vergessen beziehungsweise nicht rechtzeitig gewechselt.
“Dieser Filter hat eine wichtige Aufgabe”
- Er hält Schmutzpartikel aus dem System fern und unterstützt die Abscheidung von Kondenswasser aus der Druckluft.
- Nach der Kontrolle und der Behebung des Problems konnte ich meine Fahrt fortsetzen.
“Bayonne und die spanische Grenze”
- Weiter ging es Richtung Süden.
- Bayonne kam näher.
- Und irgendwann war es soweit.
“Die spanische Grenze bei Irun”
- Für mich bedeutete Irun nicht nur einen Grenzübergang.
- Irun bedeutete Fernfahrerleben.
- Hier hatte ich schon viele Wochenenden verbracht.
- Kleine Bars, kleine Restaurants, gutes Essen und vor allem viele bekannte Gesichter.
- Fahrer aus Deutschland, Frankreich, Spanien und anderen Ländern trafen sich dort.
- Man saß zusammen, erzählte Geschichten und tauschte Erfahrungen aus.
- Nach vielen Stunden allein im Fahrerhaus waren solche Abende Gold wert.
“Das Wochenende in Irun”
- Ich verbrachte das Wochenende in Irun.
- Für einen Fernfahrer war das eine willkommene Unterbrechung einer langen Reise.
- Man konnte ausschlafen, ordentlich essen, duschen, mit Kollegen sprechen und einfach einmal ein paar Stunden nicht an die nächste Ladestelle denken.
- Doch irgendwann war auch dieses Wochenende vorbei.
“Am Montagmorgen hieß es wieder”
- Motor an.
- Und weiter.
“Durch das Baskenland Richtung Bilbao”
- Von Irun ging es weiter Richtung Orio, Elgoibar und Eibar.
- Danach führte mich die Strecke Richtung Durango und weiter nach Amorebieta-Etxano.
- Diesen Namen hatte ich damals nie vernünftig aussprechen können.
- Für jemanden, der erst seit einigen Jahren international unterwegs war, waren solche baskischen Ortsnamen schon eine sprachliche Herausforderung.
- Amorebieta-Etxano gehörte für mich eindeutig zur Kategorie Zungenbrecher.
- Aber zum Glück musste ich den Ort nicht aussprechen.
- Ich musste nur daran vorbeifahren.
“Bilbao und ein späteres Wiedersehen mit dem Guggenheim”
- Dann kam Bilbao.
- Bilbao war schon damals eine faszinierende Stadt.
- Wenn ich heute auf meine damaligen Touren zurückblicke, muss ich allerdings eine Sache zeitlich sauber trennen:
- Das berühmte Guggenheim Museum Bilbao konnte ich Mitte der 1980er Jahre noch nicht besuchen.
- Das heutige Gebäude von Frank Gehry entstand erst zwischen 1993 und 1997 und wurde am 19. Oktober 1997 eröffnet.
.”Meine späteren Besuche gehören deshalb zu späteren Fahrten.”
- Und diese späteren Besuche haben sich gelohnt.
- Das Gebäude selbst ist bereits ein Kunstwerk.
- Rund 24.000 Quadratmeter umfasst der Bau, davon etwa 9.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Titan, Glas und Kalkstein prägen seine außergewöhnliche Architektur.
- Für die technisch äußerst anspruchsvolle Konstruktion wurde unter anderem CATIA eingesetzt, eine ursprünglich aus der Luft- und Raumfahrt stammende Software.
- Die Außenhaut besteht aus ungefähr 33.000 dünnen Titanplatten.
- Im Inneren befinden sich zahlreiche Ausstellungsräume, die sich um ein großes Atrium gruppieren. Gezeigt werden Werke moderner und zeitgenössischer Kunst aus den Guggenheim-Sammlungen und wechselnden Ausstellungen.
.”Aber zurück in die Mitte der 1980er Jahre.”
- Damals hieß es für mich einfach:
- Bilbao hinter mir lassen und weiter.
“Laredo und die Playa de La Salve”
- Von Bilbao ging es weiter Richtung Laredo.
- Laredo war einer dieser Orte, bei denen ich mir als Fernfahrer immer dachte:
- Hier müsste man eigentlich einmal richtig Urlaub machen.
- Die Playa de La Salve gehört zu den bekannten Stränden des Ortes.
- Meer, Sand und die nordspanische Landschaft ergeben dort eine fantastische Kombination.
- Und natürlich gibt es in einer spanischen Küstenstadt auch hervorragende Möglichkeiten, etwas zu essen und zu trinken.
- Aber ich hatte wieder einmal keine Zeit.
“Torrelavega, Llanes und Gijón”
- Von Laredo ging es weiter Richtung Torrelavega.
- Die Stadt besitzt ihre eigene Geschichte und eine interessante Innenstadt, doch auch hier blieb mir nur der Blick aus dem Fahrerhaus.
- Danach ging es weiter über die A8.
- Llanes.
- Dann Gijón.
- Je weiter ich nach Westen kam, desto deutlicher spürte ich die Nähe zum Atlantik.
“Figueiras, Curros und Vilalba”
- Die Strecke führte weiter über Figueiras, Curros und Vilalba.
- Die Landschaft veränderte sich.
- Das Meer rückte näher.
- Und irgendwann konnte man den Atlantik fast riechen.
- Dann kam A Coruña!
“A Coruña und die 87-jährige Köchin”
- In A Coruña machte ich wieder eine größere Pause.
- Hier lernte ich viele nette Menschen kennen.
- Besonders in Erinnerung geblieben ist mir eine ältere Dame, die fast 87 Jahre alt war und trotzdem noch in der Küche eines kleinen Restaurants stand.
“Fast 87 Jahre”
- Und sie kochte noch immer für ihre Gäste.
- Das hat mich als Fernfahrer beeindruckt.
- Ich aß ordentlich, trank etwas, unterhielt mich mit den Menschen und machte meine notwendige große Pause.
- Solche Begegnungen waren es, die eine Fernfahrt menschlich machten.
- Denn die Kilometer selbst vergisst man irgendwann.
- Menschen vergisst man dagegen nicht so schnell.
“Die Torre de Hércules”
- Natürlich musste ich mir in A Coruña auch die Torre de Hércules ansehen.
- Der historische Leuchtturm geht auf das römische Farum Brigantium zurück und stammt aus der römischen Kaiserzeit.
- Er steht auf einem etwa 57 Meter hohen Felsen und ist selbst ungefähr 55 Meter hoch.
- Im 18. Jahrhundert wurde das Bauwerk umfassend restauriert und erhielt dabei weitgehend sein heutiges äußeres Erscheinungsbild.
.”2009 wurde die Torre de Hércules zum UNESCO-Welterbe erklärt.”
- Er gilt als der einzige noch funktionierende Leuchtturm aus der griechisch-römischen Antike.
- Wenn man nach Tausenden Kilometern durch Europa plötzlich vor einem solchen Bauwerk steht, bekommt man schon ein Gefühl dafür, wie alt diese Verkehrswege eigentlich sind.
- Romantik und Fernverkehr lagen manchmal erstaunlich dicht beieinander.
“Santiago de Compostela und weiter nach Süden”
- Nach meinem Aufenthalt in A Coruña ging es weiter Richtung Santiago de Compostela.
- Auch Santiago hätte natürlich einen längeren Aufenthalt verdient gehabt.
- Die Stadt ist weltberühmt als Ziel des Jakobswegs und besitzt eine historische Altstadt von außergewöhnlicher Bedeutung.
- Aber ich war nicht als Tourist unterwegs.
- Ich war Fernfahrer.
- Und mein Auftrag lautete:
- Lissabon.
“Pontevedra und das Museo Provincial”
- Weiter ging es Richtung Pontevedra.
- Auch hier hätte ich gerne länger angehalten.
- Das Museo de Pontevedra wurde 1927 gegründet und öffnete 1929 erstmals für Besucher.
- Heute umfasst es mehrere historische Gebäude und bedeutende Sammlungen aus Archäologie, Kunstgeschichte, Ethnografie, Dokumentation und weiteren Bereichen.
- Besonders interessant sind unter anderem die Sammlungen zur galicischen Geschichte und Kunst sowie Werke von Alfonso Daniel Rodríguez Castelao.
- Zu den historischen Museumsgebäuden gehören unter anderem das Castro-Monteagudo-Gebäude, das García-Flórez-Gebäude, das Sarmiento-Gebäude und die Ruinen des ehemaligen Dominikanerklosters Santo Domingo.
.”Aber wieder einmal galt.”
- Keine Zeit.
- Weiter Richtung Vigo!
“Von Vigo nach Portugal”
- Vigo lag auf meiner Strecke.
- Dann ging es weiter Richtung portugiesische Grenze.
- Spanien blieb hinter mir.
- Portugal lag vor mir.
- Braga kam.
- Danach Porto.
“Porto und die große Pause”
- Porto war wieder so eine Stadt, bei der ich am liebsten sofort den Lkw abgestellt hätte.
- Der Douro, der Hafen, die historischen Häuser, die portugiesische Küche und diese ganz besondere Atmosphäre machten die Stadt für mich zu einem Höhepunkt der Tour.
- Hier musste eine große Pause einfach sein.
- Ordentlich essen.
- Etwas trinken.
- Duschen.
- Ein bisschen mit den Menschen sprechen.
- Und dann wieder zurück zum Lkw.
- Denn Lissabon wartete.
“Coimbra und Fátima”
- Von Porto ging es weiter Richtung Coimbra.
- Auch Coimbra hätte einen ganzen Tag verdient gehabt.
- Die Stadt besitzt eine lange Geschichte und ist insbesondere durch ihre historische Universität bekannt.
- Doch auch hier blieb mir nur der Blick aus dem Fahrerhaus.
“Dann kam Fátima”
- Fátima ist eng mit den Marienerscheinungen von 1917 verbunden.
- Zum Heiligtum gehört insbesondere die Erscheinungskapelle, deren ursprünglicher Bau 1919 errichtet wurde.
“Die heutige Basilika”
- Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz wurde ab 1928 errichtet und 1953 geweiht.
- Die heute bekannte Basilika der Heiligen Dreifaltigkeit gehört dagegen nicht an meine 1980er-Jahre-Erinnerung.
- Sie wurde erst 2007 eröffnet.
- Auch Fátima war für mich deshalb vor allem ein Ort, an dem ich vorbeikam und mir dachte:
- Hier müsste ich eigentlich einmal mit Elke hin.
“Carregado und die letzten Kilometer”
- Von Fátima ging es weiter Richtung Carregado.
- Jetzt war Lissabon nicht mehr weit entfernt.
- Die A1 führte mich weiter in Richtung portugiesischer Hauptstadt.
- Nach all den Kilometern durch Deutschland, Belgien, Frankreich und Spanien lag das Ziel endlich vor mir.
- Rund 2.550 Kilometer waren auf dieser Reise zusammengekommen.
- Der 40-Tonner hatte seine Aufgabe erfüllt.
- Und ich war verdammt froh, endlich angekommen zu sein.
“Die Rechnung mit den Kilometern”
- Bei einer historischen durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von ungefähr 60 bis 72 km/h ergibt sich für eine Strecke von rund 2.550 Kilometern eine reine Fahrzeit zwischen etwa 35 Stunden und 25 Minuten und 42 Stunden und 30 Minuten.
- Nimmt man als mittleren Rechenwert ungefähr 66 km/h, landet man bei rund 38 Stunden und 40 Minuten reiner Fahrzeit.
.”Das ist allerdings nur die Zeit, in der sich der Lkw tatsächlich bewegt.”
- Dazu kamen die notwendigen Pausen und Ruhezeiten, Grenzformalitäten, Tankstopps, Mahlzeiten, Duschen, technische Kontrollen und natürlich die längere Unterbrechung in Irun.
- Gerade bei einer historischen Fernfahrt darf man deshalb nicht einfach 2.550 Kilometer durch irgendeine Durchschnittsgeschwindigkeit teilen und behaupten, damit sei die tatsächliche Reisezeit ermittelt.
- Die Straße war damals nicht nur Kilometer.
- Die Straße war Arbeit.
- Und manchmal auch Abenteuer.
“Endlich in Lissabon”
- Am Ziel angekommen ging es zunächst ins Büro.
- Meine Papiere mussten übergeben werden.
- CMR, Lieferscheine und die übrigen Transportdokumente wanderten auf den Schreibtisch des Empfängers.
.”Ich konnte zwar kein Portugiesisch, aber irgendwie funktionierte die Verständigung immer.”
- Ein paar Wörter, Hände und Füße, ein Lächeln und manchmal etwas Geduld.
- So funktionierte internationale Fernfahrerei.
- Die 25 Tonnen Düsseldorfer Altbier waren angekommen.
- Mein Auftrag war erfüllt.
- Jetzt konnte ich endlich an mich denken.
“Badehose an und ab ins Wasser”
- Nach der Übergabe machte ich meine große Pause.
- Zuerst musste ich noch etwas einkaufen.
- Und anschließend kam der Moment, auf den ich mich nach dieser langen Tour besonders gefreut hatte.
- Badehose an.
- Und ab ins Wasser.
.”Nach all den Stunden im Fahrerhaus, nach Frankreich, Spanien, Portugal, Grenzübergängen, Rastplätzen, Restaurants, Werkstattproblemen und endlosen Autobahnkilometern war das Wasser eine Wohltat.”
- Einfach schwimmen.
- Einfach abschalten.
- Einfach einmal nicht an den nächsten Kilometer denken.
- Aber ganz abschalten konnte ich natürlich trotzdem nicht.
“Die Familie”
- Denn irgendwo weit weg in Düsseldorf warteten zwei Menschen auf mich.
- Elke und Dirk.
- Die Familie wartete zu Hause
- Während ich dort am Wasser lag, dachte ich an Elke.
- Ich dachte an unseren kleinen Dirk.
- Und ich dachte an den Abend zurück, an dem dieses verdammte Telefax unsere gemütliche Fernsehrunde beendet hatte.
.”Damals hatte Elke mich grimmig angeschaut, als sie den Ladeauftrag sah.”
- Jetzt wusste ich wieder genau, warum.
- Eine solche Tour war arbeitsreich.
- Sie war anstrengend.
- Sie war manchmal stressig.
.”Sie bedeutete viele Kilometer und viele Stunden allein im Fahrerhaus.”
- Aber sie war auch ein Teil meines Lebens.
- Der 40-Tonner war mein Arbeitsplatz.
- Die Straßen Europas waren mein tägliches Umfeld.
- Düsseldorf war meine Heimat.
- Und Elke und Dirk waren der Grund, warum ich nach jeder langen Tour wieder nach Hause wollte.
“Die Rückfahrt konnte kommen”
- Irgendwann würde ich wieder in den Lkw steigen.
- Wieder Frankreich.
- Wieder Spanien.
- Wieder Grenzen.
- Wieder Raststätten.
- Wieder Restaurants.
- Wieder viele hundert Kilometer.
.”Aber diesmal wusste ich ganz genau, wohin ich wollte.”
- Nach Hause.
- Zu Elke.
- Zu unserem Sohn Dirk.
- Denn so romantisch eine Fahrt durch Europa auch sein konnte, so schön die französischen Landschaften, die spanische Atlantikküste, Portugal und das Meer auch waren:
.”Das schönste Ziel einer langen Fernfahrt war für mich immer Düsseldorf.”
- Dort wartete meine Familie.
- Und genau deshalb konnte selbst eine verdammt lange und arbeitsreiche Tour mit 25 Tonnen Düsseldorfer Altbier am Ende etwas Romantisches haben.
- Denn nach rund 2.550 Kilometern, unzähligen Stunden am Lenkrad und einer halben Weltreise auf Europas Straßen wusste ich eines ganz sicher:
- Ich wollte nicht irgendwo ankommen.
- Ich wollte nach Hause.
“Und Heute”
- Ich habe im Laufe der Jahrzehnte hinweg Ausbildungen gemacht.
“Die Ausbildungen”
- Den Berufskraftfahrer
- Den Kraftverkehrsmeister
- Den Speditionskaufmann
- Fachkraft für Lager und Logistik.
.”Es hat alles viel Spaß gemacht, Geld und Eigentum gebracht.”
- Dafür hat es meiner Gesundheit nur Probleme bereitet.
- Ich hatte in Spanien einen schweren Arbeitsunfall bei der Firma BASF Barcelona.
- Ende 2020 dann zwei schwere Herzinfarkte und eine Nierenerkrankung.
- Das kommt dabei heraus, wenn man eine Beruf aus Leidenschaft ausübt.







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