- Sonnenschein, Sehnsucht und 25 Tonnen Altbier.
- Eine unvergessliche Fahrt nach Casablanca!
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”Es war Mitte der 1983er Jahre, ein lauer Abend voller Geborgenheit, Herzenswärme und friedlicher Stille”
- Mein Name ist Jakob Diener, ich bin Berufskraftfahrer und Kraftverkehrsmeister aus Nordrhein-Westfalen.
- Meine Frau Elke und ich saßen vertraut nebeneinander auf dem heimischen Sofa und genossen die kostbaren Augenblicke unseres jungen Familienglücks, denn unser Sohn Dirk war gerade erst auf die Welt gekommen und verzauberte jeden Augenblick unseres Alltags.
“Das Telefax”
- Das leise, vertraute Summen und Rattern unseres Telefaxgeräts unterbrach die nächtliche Ruhe und spuckte eine frische Ladeliste aus.
“Ein neuer Frachtauftrag wartete auf mich”
- Am nächsten Morgen sollte ich am Düsseldorfer Großmarkt exakt 25 Tonnen kühles Düsseldorfer Altbier laden!
- Eine Ladung, die ihren Weg bis ins magische Casablanca nach Marokko finden sollte.
- Voller Vorfreude auf das bevorstehende Abenteuer auf den Straßen Europas packte ich meine Utensilien zusammen und verstaute sie schon einmal vorsorglich im geräumigen Kofferraum unseres 7er BMWs.

- Als meine Frau Elke und ich uns schließlich gemeinsam ins Bett legten, verblasste die Welt da draußen.
- Wir verbrachten eine wunderschöne, liebevolle Nacht voller Leidenschaft und Innigkeit und schoben mehr als nur ein verlockendes Nümmerchen, bevor der Morgen graute.
”Frühmorgendlicher Aufbruch an der Ulmenstraße”
- Pünktlich um 6 Uhr morgens stieg ich in den 7er BMW und fuhr durch die noch im Schlummer liegenden Straßen Düsseldorfs in Richtung Ulmenstraße zum dortigen Großmarkt.
- Angekommen auf dem Betriebsgelände, verstaute ich alle meine mitgebrachten Utensilien sorgfältig im Führerhaus meines LKW.
- Anschließend ging ich ins Speditionsbüro, um die offiziellen Frachtpapiere gründlich zu sichten.
- Neben dem regulären Lieferschein lag das wichtigste Dokument für die grenzüberschreitende Fahrt auf dem Tisch.
“Das CMR”
- Das Kürzel CMR steht für die französische Bezeichnung „Convention relative au Contra de Transport international de Merchandisers par route“, was auf Deutsch das Übereinkommen über den Beförderungsvertrag im internationalen Straßengüterverkehr beschreibt.
- Dies ist ein internationales Abkommen, das bereits 1956 in Genf unterzeichnet wurde und die rechtlichen Rahmenbedingungen, Haftungsgrenzen sowie die Pflichten von Absender, Frachtführer und Empfänger bei grenzüberschreitenden Gütertransporten regelt.
- Der vorliegende CMR-Frachtbrief war das rechtlich bindende Herzstück meiner Reise.
“Er enthielt absolut alle relevanten Daten und Fakten”
- Den genauen Absender in Düsseldorf, die Anschrift des Empfängers in Casablanca, das exakte Ladungsgewicht von 25 Tonnen Altbier, das amtliche Kennzeichen meines LKW, die detaillierte Zolldokumentation sowie alle vereinbarten Beförderungs- und Frachtbedingungen.
- Im Jahr 1983 war der dreifach ausgefertigte, gestempelte CMR-Schein der unentbehrliche Reisepass für LKW und Ladung.
“Perfekte Sicherheit für eine gute Reise”
- Nach der gewissenhaften Durchsicht aller Papiere ging ich nach draußen auf den Hof, um die gesamte Ladung persönlich zu begutachten.
- Ich kletterte in den Kühleraufbau hinauf und schaute mir das Verteilungsbild im Inneren des Aufliegers an.
”Wie ich es mir schon fast gedacht hatte, fehlten noch einige entscheidende Sicherungsmaßnahmen für eine so weite Reise”
- Ich zögerte nicht lange und fügte zusätzliche Zurrgurte, Sperrbalken und Antirutschmatten hinzu, um die 25 Tonnen Bierkisten absolut kipp- und rutschsicher zu fixieren.
- Nachdem die Fracht perfekt verstaut und gesichert war, zog ich die schweren Portal-Türen zu, verriegelte sie sorgfältig und versah das Heck sowohl mit einer amtlichen Zollplombe als auch mit einem massiven Containerschloss.
- Danach stieg ich ins Führerhaus, drehte den Zündschlüssel, spürte das vertraute Grollen des Motors und die Reise nahm ihren Lauf.
”Über die Belgische Grenze ins Herz Frankreichs”
- Von Düsseldorf aus führte mich der Weg zunächst über die Autobahn A44 in Richtung der belgischen Grenze.
”Bei Aachen Lichtenbusch passierte ich den offiziellen Grenzübergang”
- In den 1980er Jahren war dies noch eine echte Grenzstation, an der man für die Abfertigung kurz anhalten und die Zollpapiere vorzeigen musste.
- Von Aachen Lichtenbusch aus rollte der Kühlzug über die belgischen Autobahnen zügig in Richtung Mons.
- Hinter Mons ging es über die französische Grenze bei Crespin direkt auf Paris zu.
- Kurz vor der französischen Weltmetropole stand ich vor der ewigen Frage aller Fernfahrer.
”Den linken oder den rechten Autobahnring nehmen?”
- Ich entschied mich ausnahmsweise für den linken Ring und hatte damit absolut die goldene Nase gezogen, denn der Verkehr glitt ohne eine einzige Verzögerung durch.
- Von Paris aus ging es auf der A10 zügig weiter in Richtung Orléans, vorbei an den romantischen Schlössern von Blois und weiter nach Tours.
“Romantische Flusslandschaften und Vergnügliche Zwischenstopps”
- Von Tours aus steuerte ich das historische Poitiers an.
- Direkt in Poitiers verließ ich die Fernstraße für eine wohlverdiente Pause und gönnte mir ein köstliches, traditionelles Mittagessen in einem kleinen französischen Bistro.
- Gestärkt ging es weiter nach Süden durch die sanfte und romantische Weinlandschaft von Bordeaux.
“Immer wenn ich Bordeaux passierte, musste ich herzhaft schmunzeln”
- In Gedanken erinnerte ich mich daran, wie mein Bruder Michael mich oft begleitet hatte.
- Bei der Überquerung der gigantischen Brücke über die Garonne in Bordeaux bekam er jedes Mal riesige Höhenangst.
- Auf dem weiteren Streckenabschnitt zwischen Bordeaux und Bayonne lag ein fantastisches Relais Routier – ein traditionsreicher Treffpunkt für Fernfahrer –, an dem wir regelmäßig einen Stopp einlegten, um gemütlich zu shoppen und kulinarische Spezialitäten einzukaufen.
- Über Bayonne näherte ich mich schließlich der spanischen Grenze bei Irun.
“Gesellige Nächte und Meeresbrise an der Spanischen Grenze”
- Am Grenzübergang Biriatou / Irun zwischen Frankreich und Spanien legte ich eine große Lenkzeitpause ein.
- In Irun trafen wir uns sehr oft mit vielen Kolleginnen und Kollegen in einer charmanten kleinen Bar.
- Durch den Hintereingang dieser Bar gelangte man in ein verborgenes, erstklassiges Restaurant, in dem wir herrlich speisten, Wein tranken und lachten.
”Die Bedienung war eine wunderschöne junge hübsche Spanierin”
- Da man bei einer großen Pause viel Zeit mitbrachte, schlenderten wir gemeinsam an den nahegelegenen Sandstrand.
- Wir gingen im Atlantik schwimmen, genossen die warmen Sonnenstrahlen und erfreuten uns am Anblick der hübschen Spanierinnen, die dem Strandleben eine bezaubernde Anmut verliehen.
“Quer durch das Herzen Spaniens bis zum Atlantik” - Am nächsten Morgen setzte ich die Reise gut erholt fort in Richtung Vitoria-Gasteiz.
- In Vitoria gab es einen fantastischen kleinen Flugplatz, an dem wir uns immer wieder gerne getroffen haben, um bei herrlichem Ausblick gemütlich zu frühstücken.
- Von Vitoria aus führte die Route über Burgos nach Valladolid und weiter in die ehrwürdige Universitätsstadt Salamanca.
”In Salamanca legte ich erneut eine große Pause ein, schlenderte über den lebendigen Marktplatz und kaufte dort schmackhafte regionale Köstlichkeiten zu erstaunlich günstigen Preisen ein”
- Von Salamanca aus ging die Reise weiter gen Süden, vorbei an dem verträumten Ort Cáceres in der Extremadura und weiter über die historische Stadt Mérida bis nach Dos Hermanas.
- Von dort aus war es nicht mehr weit bis nach Tarifa am südlichsten Zipfel des europäischen Festlands.
- In Tarifa nutzte ich die Gelegenheit, in der pulsierenden Metropole vorbeizuschauen, wo man stets hervorragend und preiswert einkaufen konnte.
“Über das Meer nach Marokko und ans Ziel In Casablanca”
- Von Tarifa aus fuhr ich auf die Fähre, die mich in einigen Stunden Fahrt über die Meerenge von Gibraltar nach Tanger brachte.
- Nach der Ankunft im Hafen von Tanger ging es tiefer in den afrikanischen Kontinent.
- Ich steuerte den LKW gen Süden, vorbei an der arabisch geprägten Küstenstadt Larache und dem verträumten Ort El Behara.
”Weiter ging die Fahrt nach Kenitra”
- Dort musste man einfach anhalten, denn Kenitra war schon damals eine beeindruckende Großstadt mit rund 400.000 bis 500.000 Einwohnern und ein bedeutendes Zentrum der Region Rabat.
- Nach einem eindrucksvollen Zwischenstopp ging es vorbei an der marokkanischen Hauptstadt Rabat und dem Industrie-Stadtteil Mohammedia, bis schließlich die Silhouette meines Zielortes am Horizont erschien
“Casablanca”
- Die 25 Tonnen Düsseldorfer Altbier hatten ihre lange Reise makellos überstanden.
“Die Logistische Gesamtauswertung und die Technischen Fakten”
- Betrachtet man die gesamte Wegstrecke von Düsseldorf über Aachen Lichtenbusch, Paris, Bordeaux, Irun, Salamanca, Tarifa und Tanger bis nach Casablanca, summierte sich die Reiseroute im Jahr 1983 auf exakt 2.650 Kilometer.
- Zu dieser Zeit gab es in Spanien und Marokko noch kein durchgehendes Autobahnnetz, weshalb man mit einem 40-Tonnen-Sattelzug und 25 Tonnen Nutzlast sowie den gebirgigen Abschnitten in den Pyrenäen und der Extremadura eine durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von etwa 65 km/h erreichte.
”Daraus ergab sich eine reine Fahrzeit von ca. 40,8 Stunden”
- Unter Berücksichtigung der im Jahr 1983 streng einzuhaltenden gesetzlichen Vorschriften – nach exakt 4 Stunden Fahrtzeit musste eine Pause von 45 Minuten eingelegt werden, nach weiteren 4 Stunden Fahrt folgte eine Hauptruhezeit von mindestens 9 Stunden benötigte die gesamte Tour bei voller Einhaltung aller Ruhephasen genau 5 Tagesetappen mit vier vollen Nachtruhen.
- Es war ein gewaltiges logistisches Abenteuer, das Romantik, technisches Können und tiefe Erinnerungen für das ganze Leben miteinander verband.







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